Die Azteken nannten Pilze small saints — kleine Heilige. Das gibt uns einen Hinweis über deren Power und Tiefe.
Ich beschäftige mich seit über zehn Jahren mit Vitalpilzen. Was mich bis heute fasziniert, ist die Studienlage — inzwischen zehntausende Arbeiten zu hunderten medizinisch relevanten Wirkungen. Das ist keine Nische mehr, das ist ein Feld.
Und genauso fasziniert mich das, was dahinter liegt: dass diese Wesen offenbar dasselbe im Körper tun, was sie draußen im Boden tun. Beides gehört für mich zusammen. Die Studien geben mir den Boden, auf dem ich stehe. Die Beobachtung gibt mir die Richtung, in die ich schaue.
Mit Max Endter, einem der Gründer von smaints, habe ich darüber fünf Podcastfolgen aufgenommen. Hier findest du sie alle — und darunter das, was ich in diesen Jahren gelernt habe.
Vitalpilze neu verstanden: Cordyceps, Hericium & Reishi — was fünf Jahre Forschung verändert haben – mit Max Endter | #289
TIMESTAMPS
In dieser Episode:
- Warum Pilze regulieren, statt zu stimulieren — sie fahren hoch, wenn zu wenig da ist, und herunter, wenn zu viel läuft. Der Grund liegt in der DNA, die wir mit ihnen teilen.
- Cordyceps und die Neubildung von Mitochondrien — und warum ein Pilz, der sich an die Höhe der tibetischen Hochebene anpassen musste, uns diese Anpassung mitgeben kann.
- Die Studie, die alles verschiebt: Hericium wirkt messbar nach 30 Minuten, nicht erst nach 30 Tagen. Was Biohacker seit Jahren spüren, ist jetzt placebokontrolliert gemessen.
- Warum du vielleicht nichts spürst — die geometrische Struktur des Beta-Glucans, das gescheiterte Lentinan-Experiment und Studien, die am eigentlichen Wirkstoff vorbeimessen.
- Zwei Pilze für den Stoffwechsel — der Schopftintling aus meinem Garten und die Bauchspeicheldrüse, und wie Maitake Insulinresistenz umkehren kann, auch dort, wo sie in keinem Blutwert auffällt.
- Myzel, Nervensystem, Universum, Internet — dieselbe Struktur. Was das über Wahrheit verrät und was es für meine Heilung nach zwei Darm-Operationen bedeutet hat.
- Raus aus der Koffein-Spirale — Ikigai als härtestes Reflexionswerkzeug, Power vs. Force, und warum wir nicht der Spielball sind, sondern die Spieler.
Danke an die Sponsoren dieser Episode:
smaints Mushrooms | Vitalpilze | TIM10 für die Erstbestellung, TIM5 für weitere Bestellungen
Die bisherigen vier Episoden mit Max:
Weitere Links zur Episode:
→ Der ausführliche Blogartikel zu Vitalpilzen
→ Dokumentation Fantastic Fungi
→ Studie: Maitake-Extrakt und Ovulation bei PCOS
→ David Hawkins: Power vs. Force
Das Prinzip: Regulation statt Stimulation
Kaffee stimuliert. Er schiebt dein System in eine Richtung, und danach fällst du. Vitalpilze arbeiten anders. Ihre Beta-Glucane wirken immunmodulierend: Ist dein Immunsystem überaktiv, wird es heruntergeregelt. Ist es zu schwach, wird es hochgefahren.
Sie regulieren in beide Richtungen.
Nach oben, wenn zu wenig da ist. Nach unten, wenn zu viel läuft.
Deshalb kann man Vitalpilze kaum überdosieren — man kann nicht mehr als balanciert sein. Und deshalb merkst du sie meist nicht als Kick, sondern am Ende der Woche daran, dass dir nichts gefehlt hat. Dass du nicht krank geworden bist. Dass du durchgezogen hast, ohne dich hochzupushen.
Das ist unspektakulär. Und genau deshalb trägt es.
Pilze haben in der Natur viele Aufgaben: Sie zersetzen organisches Material und regulieren damit den Boden, sie nähren, sie schützen sich mit antibakteriellen und antiviralen Stoffen, und sie entgiften — es gibt Arten, die ausgelaufenes Erdöl aus der Erde holen. In der taoistischen Betrachtung heißt es: Was der Pilz draußen tut, tut er auch in dir. Und weil wir uns evolutionär einen erheblichen Teil unserer DNA mit Pilzen teilen, ist das weniger esoterisch, als es zunächst klingt.
Die Pilze
Jeder kann fast alles — das macht die Literatur so unübersichtlich. Ich ordne sie deshalb nach dem Moment im Tag, in dem sie für mich Sinn ergeben.
Cordyceps
Der Morgen · in der TCM der Qi-Pilz
Mein Lieblingspilz, und der, den ich am deutlichsten spüre. Er hebt nicht nur die ATP-Produktion an, sondern regt offenbar die Neubildung von Mitochondrien an. Er wächst auf der tibetischen Hochebene und musste seinen Sauerstoffstoffwechsel an die Höhe anpassen — genau diese Anpassung können wir mitbenutzen.
Ich merke ihn weniger in der Ausdauer als im Hormonellen: klarere Entscheidungen, mehr Drive.
Mein Weg: Der Focus Flüssigextrakt ist das Konzentrierteste, was ich kenne — ein Löffel am Morgen, und ich schmecke, was ich nehme, statt Kapseln zu schlucken. Wenn ich es als Ritual will, der Mushroom Cacao oder der koffeinfreie Mushroom Coffee.
Hericium
Kopf und Darm · Pilz des Jahres 2026
Lange ging es um Nervenwachstum und Neurogenese. Eine placebokontrollierte Studie zeigt inzwischen einen messbaren Effekt schon nach dreißig Minuten — was viele seit Jahren subtil gespürt haben, ist damit gemessen.
Er verlängert außerdem die REM-Phasen. Meine Träume werden intensiver und plastischer. Nach meinen zwei Darm-Operationen war er neben Chaga das, was ich am konsequentesten genommen habe.
Mein Weg: Hericium steckt zusammen mit Cordyceps im Focus Flüssigextrakt — deshalb ist das für mich der Morgen-Griff. Wer nur diesen einen Pilz will, findet ihn als Einzelkapsel in der Hope-Serie.
Reishi
Der Abend · Pilz der Unsterblichkeit
Der König. Er trägt ein GABA-ähnliches Molekül, das beruhigt — ohne dass der Körper seine Eigenproduktion einstellt. Kein Gewöhnungseffekt. Über 240 verschiedene Triterpene hat man in ihm identifiziert, und niemand weiß, wie sie zusammenwirken.
Mein Weg: Der Sleep Flüssigextrakt, wenn ich merke, dass ich abends noch zu hoch drehe — ein Löffel, und der Körper darf herunterfahren. Wenn ich Ruhe zelebrieren will, der Mushroom Tea mit Baldrian, Lavendel und Ashwagandha, dazu ein Löffel Kollagen.
Chaga
Der Winter · von der Birke
Der einzige hier, der nicht aus der TCM kommt, sondern von uns: Nordeuropa, Skandinavien. Eines der antioxidativsten Lebensmittel überhaupt. Ich trinke ihn als Sud, aufgekocht — eine echte Heißwasserextraktion, so wie es die Skandinavier seit Jahrhunderten machen. Und ich merke: Im Sommer habe ich keine Lust darauf. Sobald es kälter wird, empfinde ich ihn als wärmend und nährend. Chaga ist für die Dauerbaustellen gedacht, nicht für den Akutfall.
Shiitake & Mandelpilz
Das akute Fenster
Wo Chaga langfristig ausgleicht, regt der Mandelpilz das kurzfristige Immunsystem stark an. Wenn bei mir der Hals kratzt, ist das die Kombination, zu der ich greife — abends, auf leeren Magen, höher dosiert, und dann schlafen.
Mein Weg: Golden Mushroom Milk vorbeugend, das Immun-Flüssigextrakt akut.
Maitake
Der Stoffwechsel
Der stille Star. Er kann Insulinresistenz umkehren — auch dort, wo sie nur lokal besteht und in keinem Blutzuckerwert auffällt. In einer Studie zu PCOS kam er nah an die Wirkung von Clomifen heran, ohne dessen Nebenwirkungen.
Mein Weg: Mushroom Smoothie, mit Reishi kombiniert. Für Frauen und Männer.
Schopftintling
Der Unbekannte · wächst bei mir im Garten
Er schießt spitz nach oben und zerfällt dann zu einer tintenartigen Flüssigkeit. Man untersucht seine Inhaltsstoffe im Zusammenhang mit der Bauchspeicheldrüse. Die Datenlage ist dünn — aber er erinnert mich daran, dass die bekannten Vitalpilze nicht die wirksamsten sind, sondern die am besten untersuchten.
Worauf du bei der Qualität achtest
Das ist der Grund, warum so viele Menschen Vitalpilze probieren und nichts merken. Ein Pilz, der nicht richtig aufgeschlossen ist, kommt bei dir nicht an.
Chitin. Pilze schützen ihre Wirkstoffe hinter einer Chitinhülle, die für uns unverdaulich ist. Ein einfaches Pulver bringt dir die Beta-Glucane also gar nicht erst ins Blut.
Die Struktur, nicht der Name. Beta-Glucan steht auch auf Haferprodukten — dort als lange Kette. Im Pilz liegt es verzweigt vor und bildet unter guten Bedingungen geschlossene, hexagonale Strukturen. Genau diese Geometrie entscheidet über die Wirkung.
Vollspektrum. Man hat einmal versucht, das Beta-Glucan aus Shiitake zu isolieren. Es wirkte — mit erheblichen Nebenwirkungen, weil die hunderten Kofaktoren fehlten, die sonst gegenregulieren.
| Merkmal | Gutes Zeichen | Warnsignal |
|---|---|---|
| Extraktion | Dual-Extrakt, Vollspektrum | Nur „Pulver“, keine Angabe |
| Pilzteil | Fruchtkörper ausgewiesen | Myzel auf Getreidesubstrat |
| Herkunft | Anbauland genannt, Bio | „Kontrollierter Anbau“ |
| Prüfung | Chargenweise auf Schwermetalle, PAK, Keime | Nur ein Polysaccharid-Wert |
Zum letzten Punkt: Auf günstigen Produkten steht oft ein Polysaccharid-Gehalt von 20 oder 30 Prozent, laborgeprüft. Nur enthält Reismehl ebenfalls Polysaccharide. Ein einzelner Marker sagt dir nichts.
Wie du anfängst
- Ein Pilz. Nicht fünf.Sonst weißt du am Ende nicht, was gewirkt hat — und lernst nichts über deinen Körper.
- Sechs bis acht Wochen.Wer nach fünf Tagen urteilt, urteilt über nichts. Cordyceps und Hericium sind die Ausnahmen.
- Nach dem Tagesrhythmus wählen.Morgens Fokus, mittags Immunsystem, abends Ruhe. Das folgt dem, was der Körper ohnehin tut.
- Erst dann kombinieren.Wenn du die Einzelwirkungen kennst, wird Stacken interessant. Vorher ist es Rauschen.
- Die Basis nicht überspringen.Wenn ich merke, dass etwas im Anflug ist, ist meine erste Maßnahme kein Extrakt, sondern einen halben Tag freiräumen und schlafen. Der Pilz beschleunigt, was du ohnehin tust.
Warum ich Flüssigextrakte bevorzuge
Ein Löffel eines guten Dual-Extrakts ersetzt eine ganze Handvoll Pulverkapseln. Das ist aber gar nicht der Hauptgrund. Der Hauptgrund ist, dass ich es schmecke.
Wenn ich eine Kapsel schlucke, ist der Vorgang in zwei Sekunden vorbei und ich habe nichts mitbekommen. Wenn ich einen Löffel nehme, halte ich kurz inne. Ich merke, was ich da zu mir nehme. Und genau dieser Moment macht für mich einen Unterschied, den ich nicht messen, aber deutlich spüren kann.
Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst: der Focus Flüssigextrakt für den Morgen und der Sleep Flüssigextrakt für den Abend. Diese beiden decken die zwei Enden des Tages ab — Klarheit und Herunterfahren — und du merkst schnell, welches Ende dein System gerade mehr braucht. Mit TIM10 sparst du 10 % auf die Erstbestellung, mit TIM5 5 % auf alle weiteren.
Was ich in fünf Jahren gelernt habe
Ein Extrakt führt dir nichts zu, was dir fehlt. Er zieht den Stöpsel, damit wieder etwas fließen kann. Das ist ein anderes Paradigma als das, was wir gelernt haben — Kaffee am Morgen, etwas gegen den Kaffee, etwas für den Schlaf, und am nächsten Morgen wieder von vorn.
Der Punkt, an dem ich gelandet bin: Ich brauche nicht mehr Antrieb. Ich brauche weniger Widerstand. Und wenn ich in meiner Mitte bin, brauche ich von allem deutlich weniger — auch von den Pilzen. Wenn ich zwei, drei Tage vergesse, etwas zu nehmen, denke ich inzwischen: Dann braucht mein Körper es gerade nicht.
Deshalb noch eine Einladung, die nichts kostet. Wenn du deinen Löffel nimmst, halt kurz inne. Nicht, damit es besser wirkt — sondern damit du spürst, welches Prinzip du da zu dir nimmst. Regulation statt Druck. Verbindung statt Trennung. Das verändert mehr als der Wirkstoff.
Der Verstand gedeiht an Komplexität.
Das Herz gedeiht an Einfachheit.





