Ist die Angst wirklich deine? (Und warum mehr Tempo den Stress nicht löst)
Der Puls der Woche vom 5. bis 11. Oktober 2026 · mit Tim Böttner · rund 21 Minuten
Ein Puls über Angst und Überforderung, über Medien und Algorithmen – und darüber, wie wir zurück in unser Zentrum finden.
Viele von uns sind gerade im Panikmodus: reaktiv, überfordert, gehetzt. Und der Reflex ist, noch mehr zu machen, noch schneller zu rennen. Doch so drehen wir das Hamsterrad nur weiter, bis der Körper die Notbremse zieht. Dabei ist so viel der Angst, die wir spüren, gar nicht unsere.
Dieser Puls ist eine Einladung, tiefer hinzuhören und bei uns zu bleiben. In diesem Puls geht es darum, wie Nachrichten und Algorithmen unsere Gedanken, Emotionen und unseren Körper prägen, wie wir selektiv werden und uns neu eintunen, und warum es unsere Aufgabe ist, die eigenen Themen und Emotionen zu prozessieren statt fremde Themen zu tragen. Denn das Außen verändert sich, wenn sich das Innen verändert.
Den Puls auf YouTube ansehen
Als Podcast hören
Auch auf Spotify und Apple Podcasts. Jeden Sonntag neu.
Kostenfrei
Werde Puls Insider
Kontemplationsfragen, Praxis des Monats, Transkript.
Jetzt Puls Insider werdenIn diesem Puls
- Warum Reaktivität und Tempo Überforderung nicht lösen
- Wir hören immer zu: Wie Gedanken unsere Emotionen und unseren Körper prägen
- Medien, Algorithmen und die Verstärkung der Angst
- Zurück ins Zentrum: „Ist mein Überleben gerade wirklich bedroht?“
- Eigene Emotionen prozessieren statt fremde Themen tragen
- Das Paradox: Das Außen verändern, indem ich das Innen verändere
Wir hören immer zu. Die Frage ist, wem.
„Wir hören immer zu. Die Frage ist, wem.“
Ob ich will oder nicht: Ich nehme ständig etwas auf. Nachrichten, Feeds, Gespräche, die Stimmung um mich herum. Ich darf wählen, worauf ich mich eintune – und tiefer in mich hineinhören.
„Je lauter das Außen wird, desto wichtiger ist es, wieder und wieder in unser Zentrum zu kommen.“
Je mehr auf mich einprasselt, desto schneller werde ich abgelenkt. Genau dann darf ich tiefer zuhören, unter dem Rauschen des Nervensystems.
Warum mehr Tempo den Stress nicht löst
„Wenn wir keine Zeit haben, sollten wir uns umso mehr Zeit nehmen.“
Gerade wenn alles drängt, verliere ich mich am schnellsten im Hamsterrad. Ein paar Atemzüge in die Zeitlosigkeit bringen mich zurück ins Zentrum, und von dort aus fallen ganz viele Dinge einfach ab.
„Nicht reaktiv, sondern kreativ.“
Das ist meine Vision: aus unserem Zentrum heraus zu leben. Nicht wie ein Spielball, der auf jeden Trigger reagiert, sondern aus der eigenen Essenz heraus gestaltend.
Praxis der Woche: „Ist mein Überleben gerade wirklich bedroht?“
- Wenn Angst, Panik oder Hektik kommen: Wir halten an, bevor wir weiter reagieren.
- Atme tief durch die Nase ein, lass den Atem im Brustkorb und im Bauch landen und atme lang aus.
- Eine Hand aufs Herz legen und uns fragen: Ist mein Überleben gerade wirklich bedroht?
- In die Sinne gehen: Ich atme. Ich schmecke etwas. Ich sehe etwas. Ich spüre meinen Körper.
- Aufzählen, wofür wir dankbar sind: Menschen, Möglichkeiten, das, was gerade da ist.
- Leg die Hände auf den Unterbauch und hör tief zu, unter dem Rauschen des Nervensystems. Mir geht es gut, weil ich bin.
Gerade wenn wir keine Zeit haben: Diese zwei Minuten nehmen wir uns trotzdem, mehrmals am Tag. Und schauen diese Woche einmal bewusst, welche Nachrichten, Feeds und Gespräche wir in uns hineinlassen. Wir dürfen selektiv werden.
„Bei uns bleiben“ ist keine Floskel, sondern eine Praxis. Weil wir Menschen sind, werden wir uns immer wieder „verlieren“, aber mit Wiederholung und Übung verankern wir uns mehr und mehr „in uns“.
Das Außen verändern, indem wir das Innen verändern
„Ich verändere das Außen, indem ich das Innere verändere.“
Wenn ich mich mit der Angst im Außen identifiziere, verstärke ich nur das Alte. Wenn ich meine eigenen Themen kläre, werde ich klarer und strahle etwas anderes aus. Das ist der eigentliche Paradigmenwechsel.
„Die Erkenntnis allein ist nicht genug. Es braucht Praxis, Praxis, Praxis.“
Zu verstehen, was mich aus dem Zentrum zieht, ist der erste Schritt. Zurückkehren muss ich trotzdem immer wieder: durch Atem, Bewegung, Meditation. Liebevoll und mit Disziplin.
Kontemplationen für deine Woche
- Wem höre ich gerade zu, wenn Angst oder Stress in mir hochkommen? Ist das wirklich meine Stimme?
- Komme ich in mein Zentrum, um meine eigenen Themen von fremden Themen zu unterscheiden? Habe ich Praktiken, um das zu tun?
- Kann ich mir wirklich zuhören? Räume ich Zeit und Aufmerksamkeit ein, das wirklich zu tun?
Kapitel
- 00:00 Zuhören: Wohin hören wir?
- 01:27 Panikmodus und Reaktivität
- 01:57 Die Falle: schneller, mehr, noch mehr Stress
- 02:25 Aussteigen, bevor der Körper die Notbremse zieht
- 03:52 Medien und Angst
- 05:20 Wir sind Radioempfänger: Gedanken, Emotionen, Körper
- 07:45 Algorithmen verstärken, was wir suchen
- 09:16 Zurück ins Zentrum: Ist mein Überleben wirklich bedroht?
- 11:49 Was gehört zu mir und was nicht?
- 13:18 Das Außen verändern, indem ich das Innen verändere
- 14:45 Praxis, Praxis, Praxis
- 16:14 Kollektive Themen im Oktober
- 17:12 Atemübung: tief zuhören
- 17:49 Re-Balance in der Membership
- 19:16 Teile deine Themen mit mir
- 19:56 Abschluss: drei Atemzüge
⚖️ Monatsthema Oktober in der Unlock Your Body Membership: Re-Balance
Inneres Feminin, inneres Maskulin und das Dritte, das beides hält.
Dein femininer Pol sitzt tief im Becken: Zuhause, Sicherheit, Stille. Dein maskuliner Pol sitzt im Herzen: er drückt aus, geht los, tut. Und dann gibt es ein Drittes, Spielerisches, das beide halten kann, ohne sich zu entscheiden.
Im Oktober verorten wir diese Pole im Körper und ordnen uns von innen neu. Am Ende weißt du, wer in dir führt und wer ausführt – und du musst dich nicht mehr zerreißen zwischen Sein und Tun.
Jeden Monat ein Thema, das im Körper landet: vier Live-Räume, ein Movement Flow, eine Meditation. Dazu das komplette Archiv und über 100 Routinen. Monatlich kündbar.
Diese Woche: Deep Dive zu Re-Balance: Dienstag, 6. Oktober, 17 Uhr (live und als Aufzeichnung). Mehr zum Monatsthema Re-Balance
Häufige Fragen zum Puls
Was ist der Puls der Woche?
Der Puls der Woche ist ein 20- bis 30-minütiger Impuls von Tim Böttner, der jeden Sonntag erscheint. Er hilft uns einzuordnen, was in uns und um uns herum passiert – frei auf Spotify, Apple Podcasts und YouTube.
Wann erscheint der Puls?
Jeden Sonntag: als Podcast ab 5 Uhr morgens, auf YouTube um 7 Uhr.
Was bekomme ich als Puls Insider?
Puls Insider ist kostenfrei. Du bekommst zu jeder Folge die Kontemplationsfragen, die Praxis des Monats und das Transkript. Anmelden kannst du dich unter thinkflowgrow.com/puls/.





