Das Tier in uns: Was an der Basis unserer Wirbelsäule lebendig werden möchte (Stammhirn 2.0)

Der Puls der Woche vom 26. Oktober bis 1. November 2026 · mit Tim Böttner · rund 28 Minuten

Der Puls der Woche vom 26. Oktober bis 1. November 2026: Das Tier in uns – Tim Böttner

Vielleicht spürst du das, dass manchmal so ein riesiger Druck in dir aufkommt. Der manchmal sogar in Süchten endet. Oder du kennst einen steifen, festen unteren Rücken. Und vielleicht ruft diese Kraft aber auch manchmal so eine Lebendigkeit hervor, dass du einfach so Bock auf Leben hast.

An der Basis unserer Wirbelsäule lebt ein Tier, das in einen Käfig gesteckt wurde und lebendig werden möchte. Eine Kraft, die das Potenzial hat, uns komplett zu transformieren, uns wirklich lebendig werden zu lassen oder uns zu zerstören. In vielen Traditionen wird sie als Schlange, als Kundalini oder als Drache bezeichnet. Ich bezeichne und empfinde sie als primitive Lebensenergie. Primitiv nicht im Sinne von weniger wertvoll, sondern als prim, nicht teilbar, als essentiell.

So oft haben wir dieses Tier weggesperrt, aufgrund von Konditionierung, Funktionieren, Scham und Schuld oder aus Angst vor unserer eigenen Kraft. Aber wenn wir es nicht ausdrücken, findet es Ausdruck in destruktiven Weisen: Entzündung und Spannung im Körper, Suchtverhalten, Fantasien. Wo möchte die Energie eigentlich hinfließen? Was in mir möchte wirklich lebendig werden?

Spannenderweise bezeichnen wir die Basis unserer Wirbelsäule als Sakrum, den heiligen Knochen. Das ist ein Hinweis, wie „heilig“ dieses „Unheilige“ eigentlich ist. Der instinktive und primitive Teil von uns ist mit dem Stammhirn verknüpft. Das Stammhirn ist genau der Teil, der ursprünglich zum Überleben gemacht ist. Die alte Geschichte ist, dass Überleben sich um Essen, Kämpfen und Fortpflanzen dreht. Ich glaube, wir können eine neue Geschichte leben: Unser Überleben ist gesichert in Verbindung, Kooperation, in Liebe, in Expression und nicht mehr in Angst, in Isolation und im Gegeneinander. Denn die Welt ist unser Stamm. Welcome Skorpion, welcome Stammhirn 2.0.

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Kostenfreier Live-Workshop

Der Ruf, der Ruf tief aus unserem Körper

Diese Kraft an der Basis unserer Wirbelsäule ruft. Genau darum geht es im Workshop „Der Ruf“: der Ruf tief aus unserem Körper. Am Montag leite ich uns in zwei Stunden tief in den Körper, um wieder das zu spüren, was nicht mehr gespürt wurde. Mit Atem, Bewegung, Stille und Stimme. Wir spüren: Was sagt mir mein Körper? Was möchte durch mich rauskommen? Und vielleicht hörst du den Impuls, der dich durch den Rest des Jahres trägt.

Montag, 26. Oktober, 18 bis 20 Uhr, live auf Zoom, kostenfrei. Auch wenn du kurzfristig keine Zeit hast: Das Replay bekommst du für 48 Stunden.

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In diesem Puls

  • Sakrum, der heilige Knochen, und die Schlangenenergie an der Basis unserer Wirbelsäule
  • Primitiv heißt prim: der ursprüngliche, nicht teilbare Anteil in uns
  • Wenn die Energie unterdrückt wird oder in alle Richtungen fließt
  • Warum wir von dem, was wir eigentlich nicht brauchen, nie genug kriegen
  • Kundalini: vom Becken über das Herz bis in die Gedanken, ein Kanal
  • Welcome Skorpion, welcome Stammhirn: Überleben in Verbindung statt in Angst
  • ADHS als starke Lebensenergie, die einen Kanal sucht (meine eigene Erfahrung)

Primitiv heißt prim

„Primitiv im Sinne von prim, nicht teilbar, der ursprüngliche Anteil.“

Ein primitiver, instinktiver Anteil ist nichts, was wir wegschieben wollen, sondern unsere direkte Anbindung an unsere Lebensenergie. Wir wollen ihn integrieren, damit alles fließt.

Der steife untere Rücken

„So oft haben wir einen steifen, festen unteren Rücken, weil wir die Saftigkeit im Leben nicht leben.“

Weil wir da so viel Spannung tragen. Weil Kreativität und Sexualität nicht in uns gelebt werden. Das ist ein Austrocknen dieser tiefen, wässrigen Energie.

„Wir können nie genug kriegen von dem, was wir eigentlich nicht brauchen.“

Wenn ich mich in Sucht oder Drogen verliere, kann ich davon nie genug kriegen, weil es nicht das ist, wo die Energie eigentlich hinfließen will. Trotzdem darf ich verstehen: Das ist okay. Es ist ein natürlicher Vorgang.

Praxis: Atmen bis an die Basis der Wirbelsäule

  1. Atem bis an die Basis: Tief durch die Nase, in die Brust, in den Bauch, herunteratmen bis in das Becken, bis an die Basis der Wirbelsäule. Sakrum und Lendenwirbelsäule ein kleines Stück bewegen.
  2. Jeden Tag: Hände auf das Steißbein, da reinatmen, Lendenwirbelsäule und Steiß mobilisieren. Spüren: Ist es da fest, ist es da steif?
  3. Frei bewegen: Rücken und Sakralgelenk mobilisieren und dann schauen, wie der Körper sich frei bewegen möchte. Was nicht aus dem Kopf und vielleicht nicht mal aus den Emotionen kommt.
  4. Abschluss: Eine Hand auf das Herz, die linke auf den Steiß. Herzschlag spüren, dann tiefer sinken und den Puls im Becken spüren.

🐍 Das Video, in dem ich die Wirbelsäule bewege, zum Mitmachen: durch die vier Bewegungen der Wirbelsäule und dann in eine freie Expression. Wirbelsäule wecken (15 Minuten)

Körperintelligenz und der verwundete Heiler

„Wir haben so eine tiefe Körperintelligenz in uns, die in den Zellen so drin ist, dass wir sie noch nicht mal denken können.“

Wir sprechen hier über Ebenen, die präkognitiv und sogar präemotional sind.

„In unseren eigenen Wunden finden wir auch die Gabe, die wir dadurch entwickeln.“

Das Geschenk, das wir anderen damit machen können. Das ist der Archetyp des verwundeten Heilers, den wir alle in uns tragen.

Welcome Stammhirn 2.0

„Mein Überleben ist gesichert in Verbindung, Kooperation, Liebe, Expression und nicht in Angst, Isolation und im Gegeneinander.“

Das Stammhirn sichert Überleben, aber der „neue“ Stamm ist unsere menschliche Familie, die Natur und der Kosmos. Dann integrieren wir das Stammhirn in die neue Art des Menschseins.

Fragen zum Nachspüren

  1. Welches Wort, das ich nicht gesprochen habe, möchte gesprochen werden? Welche Emotion möchte gefühlt, welcher Atem geatmet, welche Bewegung bewegt werden?
  2. Wo fließt meine Energie gerade hin, wo sie eigentlich nicht mehr fließen soll? Und wo möchte sie eigentlich hinfließen?
  3. Was spüre und denke ich über den Skorpion? Und wie kann der Skorpion in mir lebendig werden?

Kostenfrei

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Kapitel

  • 00:00 Die Kraft an der Basis unserer Wirbelsäule
  • 00:59 Herzlich willkommen: der Körper als lebendiges Erinnerungsfeld
  • 01:53 Primitiv heißt nicht weniger wert
  • 02:22 Hand auf den Steiß: Sakrum, der heilige Knochen
  • 02:52 Da war mal ein Schwanz dran
  • 03:29 Primitiv im Sinne von prim
  • 04:18 Den ursprünglichen Trieb in Kunst, Leben und Expression kanalisieren
  • 04:56 Wie wir als Kinder lernen, diese Energie zu zähmen
  • 05:55 Wenn die Energie unterdrückt wird
  • 06:44 Eine Explosion muss nichts Schlechtes sein
  • 06:58 Wenn die Energie in alle Richtungen fließt
  • 07:52 Wenn wir erst mal gar nichts spüren
  • 08:13 Entzündungen, Verspannungen, Druckkessel
  • 09:19 Überexpressionen: Hasskommentare, Pornografie, extremes Training
  • 10:12 Von dem, was wir nicht brauchen, kriegen wir nie genug
  • 11:05 Was in mir möchte wirklich lebendig werden?
  • 11:26 Der Umorientierungsprozess
  • 12:05 Atem bis an die Basis der Wirbelsäule
  • 12:31 Die Schlange steigt auf: Kundalini
  • 14:07 Schlange, Drache und ein Kanal
  • 15:12 Warum jetzt? Der Skorpion
  • 16:31 Das Stammhirn
  • 16:56 Überleben in Verbindung statt in Angst: welcome Stammhirn
  • 18:14 Die Einladung: Trigger wahrnehmen und neu einordnen
  • 19:26 Mit der Wirbelsäule atmen: Hände auf das Steißbein
  • 20:24 ADHS: so viel Lebensenergie
  • 22:55 Warum ich diese Arbeit mache
  • 23:46 Der verwundete Heiler
  • 24:05 Die Wirbelsäule frei bewegen
  • 24:41 Eine Körperintelligenz, die wir nicht mal denken können
  • 25:42 Video zum Mitmachen und Workshop „Der Ruf“
  • 26:45 Abschluss: der Puls in deinem Becken

Häufige Fragen zum Puls

Was ist der Puls der Woche?

Der Puls der Woche ist ein 20- bis 30-minütiger Impuls von Tim Böttner. Er hilft uns einzuordnen, was in uns und um uns herum passiert – frei auf Spotify, Apple Podcasts und YouTube.

Was ist mit dem Tier an der Basis der Wirbelsäule gemeint?

Tim beschreibt damit die primitive, im Sinne von prim: ursprüngliche, nicht teilbare Lebensenergie an der Basis unserer Wirbelsäule, die in vielen Traditionen als Schlange, Kundalini oder Drache bezeichnet wird. Wird sie weggesperrt, sucht sie sich destruktive Wege; wird sie gelebt, macht sie uns lebendig.

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Herzliche Grüße, Tim

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